Fettabsaugung

Die Fettabsaugung (Liposuktion) ist mit schätzungsweise 100.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland vermutlich der am meisten durchgeführte schönheitschirurgische Eingriff, aber wahrscheinlich auch die Operation, welche am häufigsten nachkorrigiert wird. Frühere Operationsergebnisse in den Anfängen der Fettabsaugung (70er Jahre) waren alles andere als befriedigend. Erst mit Einführung der Tumeszenz-Technik (s. Kapitel tumeszenz-Technik) wurden die Ergebnisse zufrieden stellender und die Komplikationsrate nahm ab.
Eingriffe am Kinn, Hüften, Oberschenkeln, Knien oder Fesseln können meist in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Für größere Eingriffe ist ein Dämmerschlaf oder die Vollnarkose zu empfehlen. Die winzigen Hautschnitte sind zwischen 2 und 3 mm lang. Sie liegen verdeckt in natürlichen Hautfalten oder können später evtl. durch ein Bikinihöschen etc. verdeckt werden. Kleine Eingriffe werden ambulant behandelt, bei größeren Eingriffen sollte eine Bettruhe von 24 Stunden eingehalten werden. Vier Wochen muss unbedingt ein Verband oder eine Kompressionshose getragen werden. Blutergüsse und Schwellungen, die auftreten können, verschwinden mit Hilfe von Massagen nach zwei bis drei Wochen vollständig.

Natürlich ist die Voraussetzung für diesen Eingriff die allgemeine Operationsfähigkeit.
Eine Fettleibigkeit von Kopf bis Fuß mit Überschreitung des Normalgewichts um Dutzende Kilos kann mit einer Fettabsaugung nicht behandelt werden. Einzelne umschriebene Fettdepots vom Kinn bis zu den Knien können dagegen, wenn sie mit anderen Maßnahmen nicht verschwinden, gezielt abgesaugt werden.

Geeignet für die Fettabsaugung sind Personen, deren BMI (Bodymaß-Index) einen Wert von 40 nicht übersteigt. Doch auch Personen mit einem BMI über 30 sind nur bedingt für diesen Eingriff geeignet.

Wichtig ist es, realistische Erwartungen an den behandelnden Arzt zu stellen. Überzogene Vorstellungen und Orientierungen an Fotomodellen aus Modezeitschriften sind eher ein Grund, nicht zu operieren.